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25. Januar 2024 | 07:00 Uhr
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Schon in fünf Jahren fehlen eine Viertelmillion Pflegekräfte

Die demografische Entwicklung schlägt auch bei Pflegekräften unerbittlich zu. In den nächsten Jahren werden Tausende in Rente gehen. Die Lücke, die sie hinterlassen, ist dramatisch, zeigt die aktuelle "Pflegekräftevorausberechnung" des Statistischen Bundesamts. Danach fehlen bereits in fünf Jahren bis zu 260.000 Pflegekräfte, in zehn Jahren 350.000. Weil schlicht die Menschen fehlen, um die Lücke zu schließen, ist die bisherige Art der Pflege kaum aufrecht zu erhalten.

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Der Personalmangel in der Pflege spitzt sich in den kommenden Jahren dramatisch zu

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Pflegekräfte sind für das Statistische Bundesamt Fachkräfte und Hilfskräfte. Die Statistiker definieren bei ihrer Vorhersage einen Korridor, der von den Berechnungsvarianten "Status quo" und "Trend" nach unten und oben begrenzt wird. 

Die sogenannte Status-quo-Variante zeigt ausschließlich die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die künftige Zahl der Pflegekräfte auf der Basis von 2019. Die Trend-Variante berücksichtigt daneben positive Trends am Pflegearbeitsmarkt aus den 2010er Jahren, die die Zahl der Pflegkräfte positiv beeinflussen könnte.

Nach den Berechnungen der Statistiker werden 2029 rund 1,78 Millionen Pflegekräfte gebraucht. Es wird jedoch nur zwischen 1,51 (Status quo) und 1,71 Millionen (Trend) geben. Es fehlen demnach bis zu 260.000 Pflegekräfte. In zehn Jahren wächst die Lücke bei einem Bedarf von 1,83 Millionen Pflegekräften auf 90.000 bis 350.000 Beschäftigte. 

Die Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamts reichen bis 2049. Selbst bei der positiven Annahme würden dann 280.000 Pflegekräfte fehlen, im schlechtesten Fall sogar 690.000 Mitarbeiter.

"Die Zahlen machen abermals das Dilemma deutlich, in dem wir in der professionellen Pflege schon seit einigen Jahre stehen", sagt Thomas Knieling, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Alten- und Behindertenhilfe. Mit der Umsetzung der neuen Personalbemessung werde sich die Lage noch zuspitzen. "Es ist höchste Zeit umzusteuern", so Knieling. "Dazu müssen die starren Strukturen, die rigiden Vorgaben und das System der Pflegeversicherung insgesamt auf den Prüfstand."

Thomas Hartung

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