Zwei Drittel der Pflegeeinrichtungen sehen Existenz bedroht
68 Prozent der privaten Pflegeeinrichtungen sagen, dass ihre wirtschaftliche Existenz gefährdet ist. Die ist das Ergebnis eine aktuellen Umfrage des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) unter seinen Mitgliedern, an der mehr als 2.400 Heime, ambulante Dienste und Tagespflegen teilgenommen haben. "Hier bahnt sich eine Katastrophe für die Gesellschaft an", so BPA-Präsident Bernd Meurer (Foto) im Interview mit Bild am Sonntag.
BPA/Arne Poenert
Liquidität: Drei Bausteine für eine stabile Finanzierung
Viele Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitswesen stehen unter finanziellem Druck. Eine vorausschauende Liquiditätsplanung stärkt ihre Handlungsfähigkeit, verhindert Engpässe und erleichtert notwendige Investitionen. Wer Zahlungsströme frühzeitig im Blick hat und Finanzierungsmöglichkeiten gezielt kombiniert, kann Engpässe vermeiden und notwendige Investitionen sicher planen. Diese drei Bausteine helfen dabei. Care vor9
Die Situation der Einrichtungen hat sich laut der Umfrage deutlich verschlechtert. 77 Prozent der Teilnehmer gaben an, in den vergangenen drei Monaten "signifikante negative Veränderungen" ihres Betriebsergebnisses festgestellt zu haben. Verantwortlich für die wirtschaftliche Schieflage seien die Tariftreuevorschrift und steigende Preise auf der Kostenseite und Erlöseinbrüche wegen Personalmangels auf der Einnahmenseite.
Meurer hatte zuvor schon den Gesetzesentwurf für die Pflegereform aus dem Gesundheitsministerium kritisiert. "Auf die existenziellen wirtschaftlichen Bedrohungen der Pflegeeinrichtungen hat Minister Lauterbach keine Antwort gefunden. Er dreht mit weiteren bürokratischen Anforderungen sogar noch an der Belastungsschraube", sagte Meurer. Die aktuellen Insolvenzen seien ein deutliches Warnzeichen. "Die Pflegeeinrichtungen brauchen ein Sofortpaket zur Unterstützung."
Der BPA vertritt nach eigenen Angaben mehr als 13.000 Pflegeeinrichtungen in Deutschland.